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Pressemitteilung

Verschwörungstheorien 2.0

Unter dem Motto „Verschwörungstheorien 2.0“ hat Dejan Perc, SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Stuttgart II und SPD-Kreisvorsitzender, gemeinsam mit Pia Lamberty, Doktorandin, Sozialpsychologin, Buchautorin und renommierte Expertin zu Verschwörungstheorien, und den Zuschauer:innen auf Facebook und YuoTube diskutiert. Die Veranstaltung kann auf dem YouTube-Kanal von Dejan Perc in voller Länge gestreamt werden. Die Veranstaltung war der zweite Teil einer Veranstaltungsreihe zu Verschwörungstheorien. Am 31. Mai 2021 hatte Dejan Perc bereits mit Prof. Michael Butter von der Universität Tübingen über Verschwörungstehorien gesprochen.

In der Veranstaltung mit Frau Lamberty werden zu Beginn einige Begrifflichkeiten voneinander abgegrenzt. Eine Verschwörungsideologie bezeichnet demnach ein „geschlossenes Weltbild“, wohingegen die Verschwörungsmentalität eine „abstrakte Tendenz, an Verschwörungen zu glauben“, bezeichnet. Verschwörungsmythen sind hingegen häufig sehr alt und schlagen sich in konkreten Verschwörungserzählungen nieder. Problematisch am Begriff der Verschwörungstheorie ist hingegen, dass dieser suggeriert, es handle sich um nachprüfbare und wissenschaftliche Theorien.

Frau Lamberty nennt außerdem drei Gründe, weshalb Menschen an Verschwörungen glauben. Zum einen befriedigen diese das menschliche Bedürfnis nach Kontrolle, sie vermitteln ein Gefühl der Einzigartigkeit und machen die Welt verständlich und begreifbar. Auch der kollektive Narzissmus, also die Aufwertung der eigenen Gruppe bzw. Nation, spielt eine wichtige Rolle.

Dejan Perc betont, dass Investitionen in Bildung ein Hebel sein können, um gegen den Glauben an Verschwörungen „zu immunisieren“. Frau Lamberty betont dabei, dass sich die Angebote „nicht nur auf eine Zielgruppe beschränken dürfen“ und auch für ältere Menschen Angebote geschaffen werden müssen. Auch erkennt Dejan Perc, dass Verschwörungen häufig „adaptiv und vereinnahmend“ sind und auch die sozialen Medien eine wichtige Funktion bei der Verbreitung von Verschwörungen einnehmen. Insbesondere der Messenger-Dienst Telegram wird zur Verbreitung von Hass, Verschwörungen und Fake News genutzt. Lamberty kritisiert, – mit Blick auf die Radikalisierung von Attila Hildmann – dass der Staat zu wenig gemacht hat. Sie argumentiert, dass, „wenn keine Grenzen gesetzt wird, wird der Hass größer“. Unsere Demokratie muss also, gerade auch mit Blick auf den Wahlkampf, wehrhafter im Netz werden. Dazu müssen auch koordinierte Einflussnahmen und Dynamiken im Netz besser verstanden werden. Dejan Perc betont, dass er selbst Kommunalpolitiker:innen kennt, „die aufgeben, weil sie den Hass und die Hetze nicht mehr aushalten“. Dadurch „verliere die gesamte Gesellschaft“. Der Kampf gegen Verschwörungen, Fake News und Hass im Netz ist also Aufgabe aller Demokrat:innen. Frau Lamberty betont zudem, dass die Verringerung sozialer Ungleichheiten ein wichtiger Hebel sein kann, um unsere Demokratie zu stärken. Dejan Perc argumentiert daher, dass auch der Glaube an Verschwörungen nicht „unabwendbar“ ist und der Einsatz für mehr „soziale Gerechtigkeit“ wichtiger denn je ist.