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Pressemitteilung

Verschwörungstheorien: Demokratie unter Druck?

Unter dem Motto „Verschwörungstheorien: Demokratie unter Druck?“ hat Dejan Perc, Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat der SPD Stuttgart, gemeinsam mit Professor Michael Butter von der Universität Tübingen und den Zuschauer:innen über Zoom, Facebook und YouTube diskutiert. Die Veranstaltung kann auf dem YouTube-Kanal von Dejan Perc in voller Länge gestreamt werden.

Professor Butter betont zu Beginn der Veranstaltung, dass es bis in die 1960er Jahre völlig normal war, an Verschwörungstheorien zu glauben. Erst durch das „Einsickern sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in das Alltagsleben“ werden Verschwörungstheorien als Problem erkannt. Heute sind – so Butter – Verschwörungstheorien „stigmatisiert“ und wandern „aus der Mitte der Gesellschaft an deren Ränder“. 

Perc erkennt zudem, dass Verschwörungstheorien „adaptiv“ sind und dadurch Ereignisse und Geschehnisse gut „einverleibt“ werden können. Dies zeigt sich auch in der wissenschaftlichen Forschung, da sich Verschwörungstheorien durch drei Merkmale auszeichnen: so gehen sie davon aus, dass „Nichts so ist, wie es scheint“, „alles geplant ist“ und zudem „alles miteinander verbunden ist“. Neue Ereignisse, wie beispielsweise die Corona-Pandemie, können dann einfach mit bestehenden Verschwörungstheorien verbunden werden.

Professor Butter argumentiert weiter, dass Verschwörungstheorien gefährlich werden können, sofern sie als „Katalysatoren für Extremismus“ dienen, dazu führen, dass sich Menschen in Gefahr begeben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören. Hier stellt Professor Butter aber klar, dass der Glaube an Verschwörungstheorien wohl zwar „moderat zugenommen“ hat, dennoch in Deutschland „kein Grund besteht, in Panik zu verfallen“.

Butter und Perc machen zudem deutlich, dass die AfD in Deutschland ganz bewusst mit Verschwörungstheorien arbeitet. So versucht die AfD gezielt, Verschwörungsnarrative zu bedienen, um Wähler:innen anzusprechen und entfernt sich dadurch noch weiter von einem demokratischen Diskurs. 

Investitionen in Bildung, Maßnahmen, die die soziale Ungleichheit verringern, das Schaffen von Betreuungsangeboten und ein konsequentes Vorgehen gegen Straftaten nennt Butter als geeignete Strategien, um Verschwörungstheorien zu bekämpfen. Perc fasst daher zusammen, dass „es also Anhaltspunkte gibt und die Lage nicht aussichtlos ist“.