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Pressemitteilung

Talk zum Internationalen Talk gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie

Unter dem Motto „Vielfalt stärkt uns!“ hat Dejan Perc, Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat der SPD Stuttgart, zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai 2021 Alfonso Pantisano, Susanne Belz und Karima Elboledim zu einem Online-Talk eingeladen. Die Veranstaltung kann auf dem YouTube-Kanal von Dejan Perc in voller Länge gestreamt werden.

„Mit der ‚Ehe für alle‘ hat die SPD LSBTTIQ*-Familien schon viel ermöglicht, doch es gibt noch wahnsinnig viel zu tun. Viele Gesetze hinken der gesellschaftlichen Realität mit ihren vielfältigen Familienmodellen hinterher. Gemeinsam mit der SPD fordere ich die rechtliche Absicherung von vielfältigen Familienmodellen, auch jenseits der Ehe, und ein modernes Abstammungsrecht, das die Rechte gleichgeschlechtlicher Partner:innen bei der Adoption stärkt“, so Dejan Perc.

Der 17. Mai 1990 stellt für die LSBTTIQ Community „etwas Starkes“ dar – so Pantisano –, da an diesem Tag die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hat. Gleichzeitig betonen Perc und Pantisano, dass nach wie vor sehr viele juristische Defizite bestehen und die LSBTTIQ Community auch verfassungsrechtlich nach wie vor diskriminiert wird. Als Beispiele nennen Perc und Pantisano das Adoptionsrecht bei lesbischen Paaren und die Tatsache, dass homosexuelle Menschen nach wie vor kein Blut spenden dürfen. Dejan Perc und Alfonso Pantisano sind sich einig: Diese Regelungen, die queere Menschen  strukturell diskriminieren, gehören gestrichen.

Im Gespräch mit Pantisano wird zudem deutlich, dass die LSBTTIQ Community in Deutschland, Europa und der gesamten Welt jeden Tag Ausgrenzung und Gewalt erfährt. Dies sei eine „mahnende Erinnerung, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben“, so Pantisano. Pantisano betont weiter, dass die Angst vor alltäglicher Gewalt und Diskriminierung sich „in die DNA eingebrannt hat“.

Dringend notwendige gesetzliche Nachbesserungen werden allerdings von der Union blockiert. Pantisano stellt daher klar, dass Gesetzesinitiativen, die von der SPD eingebracht werden „an der Front der Union“ scheitern.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hat sich Perc mit Susanne Belz und Karima Elboledim über die Arbeit des Büros für diskriminierungskritische Arbeit Stuttgart ausgetauscht. Das Büro für diskriminierungskritische Arbeit fungiert als Anlaufstelle zum Thema Diskriminierung und ist offen für alle Zielgruppen. Hauptaufgaben des Büros sind die Beratung bei Diskriminierungsfällen, die Sensibilisierung der Gesellschaft, das Empowerment von Personen, die von Diskriminierung betroffen sind und die Qualifizierung. Belz betont, dass es auch darum geht, Akteur:innen zu vernetzen und „gemeinsam stark zu machen“. Zudem ist das Büro für diskriminierungskritische Arbeit Stuttgart in der Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung tätig, begleitet bei Polizei- und Behördengängen und leistet juristischen Beistand. Karima Elboledim macht zudem auf die Abstimmung am 19. Mai 2021 im Bundestag aufmerksam, bei der über das neue Selbstbestimmungsgesetz abgestimmt wird. Perc fordert, angesichts der anstehenden Haushaltsberatungen, dass die Arbeit des Büros für diskriminierungskritische Arbeit Stuttgart auf eine “nachhaltige Basis” gestellt werden muss. Nur so kann die gute Arbeit des Büros auch in Zukunft weitergehen.

* LSBTTIQ ist das Netzwerk von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen in Baden-Württemberg.